US-Lebensversicherungsfonds

Die Investition in einen US-Lebensversicherungsfonds war eine vergleichsweise neue Anlageform, die im Jahr 2002 erstmals deutschen Anlegern angeboten wurde. Innerhalb kürzester Zeit hatte sich diese neue Anlageform etabliert, da sie eine sinnvolle Portfolio-Ergänzung darstellte.

US-Lebensversicherungsfonds Unterschiede

Eine Investition in einen US-Lebensversicherungsfonds unterschied sich grundlegend von einer Investition in Lebensversicherungsfonds, die gebrauchte britische oder deutsche Lebensversicherungen erworben haben: Während für britische und deutsche Lebensversicherungsfonds Kapitallebensversicherungen erworben wurden, wurden bei US-Lebensversicherungsfonds Risikolebensversicherungen eingekauft.

Das Erzielen der prognostizierten Rendite war daher nicht davon abhängig wie hoch die (Kapital-) Überschüsse waren, die das Versicherungsunternehmen dem gekaufte Lebensversicherungsvertrag gutschrieb, sondern vom Eintritt des Versicherungsfalls (= Ableben der versicherten Person). Da der US-Lebensversicherungsfonds die Police in der Regel mit einem Preisabschlag auf die Versicherungssumme erworb, erhielt er bei Eintritt des Versicherungsfalls durch Vereinnahmung der Versicherungssumme im Regelfall mehr als er vorher für die einzelne Police aufgewendet hat.

Eine gute Alternative zu US-Lebensversicherungsfonds

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Wie entstand der Ertrag bei einem US-Lebensverischerungsfonds?

Ein US-Lebensversicherungsfonds bündelte das Kapital der Anleger um daraus ein breit diversifiziertes Portfolio an gebrauchten US-Lebensversicherungen zu erwerben. Im Gegensatz zum deutschen Lebensversicherungsmarkt wurden in den USA hauptsächlich Risikolebensversicherungen vermittelt, die eine lebenslange Laufzeit hatten.
Da eine Risikolebensversicherung lediglich das Todesfallrisiko abdecken sollte und im Gegensatz zur Kapitallebensversicherung keinen zusätzlichen Ansparanteil integriert hatte, besaß eine Risikolebensversicherung bei einer vorzeitigen Kündigung keinen oder nur einen geringen Rückkaufswert.

Gleichzeitig waren US-Risikolebensversicherung im Vergleich zu deutschen Risikolebensversicherungen mit einer festen Laufzeit deutlich teurer: Durch die lebenslange Laufzeit der US-Risikolebensversicherung kam die vereinbarte Versicherungssumme auf jeden Fall zur Auszahlung – dies schlug sich auch auf die zu zahlende Prämie nieder.

 

Ein Beispiel zur Entstehung des Ertrages

Ein Amerikaner, der beispielsweise vor 30 Jahren die Finanzierung seines Eigenheims mit einer Risikolebensversicherung abgesichert hat und nun zu seinem 65. Geburtstag das Haus abbezahlt hat, spielt mit dem Gedanken seine Risikolebensversicherung zu kündigen, da der Absicherungsgrund – die Baufinanzierung – weggefallen ist. Bei einer Kündigung der Versicherung, würde er fortan die jährliche Prämie einsparen. Gleichzeitig wären die gezahlten Prämien der letzten 30 Jahre nahezu verloren, da die Versicherung nur einen geringen Rückkaufswert besitzt. Alternativ bietet sich daher an die Lebensversicherung zu verkaufen: Hier erhält der Policenbesitzer eine einmalige Kapitalzahlung deren Höhe sich nach der Lebenserwartung der versicherten Person richtet. Diese Zahlung ist immer höher als den Rückkaufswert, den er im Falle einer Kündigung erhalten würde.

Der Käufer der Police führt den Lebensversicherungsvertrag fort. Verstirbt die versicherte Person (= meist der Verkäufer der Police), erhält der Käufer die vereinbarte Versicherungssumme von der Versicherungsgesellschaft ausgezahlt. Sein Ertrag ergibt sich aus Differenz der Versicherungssumme abzüglich des Kaufpreises und der seit dem Kaufzeitpunkt gezahlten Prämien.